Lesen Sie das Interview mit Marco Sturm kurz vor dem Deutschland Cup 2017
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Interview mit Rick Goldmann

Der ehemalige 126-fache Nationalspieler Rick Goldmann ist auch bei dem neuen Medienpartner der DEL ServusTV & LAOLA1.tv als Eishockey Experte tätig. In seiner aktiven Eishockeykarriere spielte er über 500 Mal in der DEL für die Teams aus Mannheim, Kaufbeuren, Essen, Ingolstadt und den Iserlohn Roosters.

Im Jahr 2000 bestritt der gebürtige Bayer ein Spiel in der NHL für die Ottawa Senators, wo er sich schwer verletzte und nach der Saison zurück nach Deutschland wechselte.

Beim EHC München beendete Rick Goldmann im Jahr 2008 in der 2. Bundesliga seine Karriere und ist seitdem als Geschäftsführer in zwei Physiotherapiepraxen mit 15 Mitarbeitern in München beschäftigt.

 

 

 

 



 

Wir haben Rick Goldmann kurz vor dem Deutschland Cup zu einem Interview getroffen.

 

Rick, Erzähl uns doch bitte etwas über deine neue Tätigkeit bei Servus TV?

Goldmann: Bei ServusTV bin ich als Eishockeyexperte tätig, allerdings mit dem kleinen Unterschied dass ich entweder im Studio bin, wo ich mir wichtige Spielszenen selbst raussuchen und diese mit dem neuen 3D Analysetool bearbeiten und genau erklären kann, oder als Co-Kommentator arbeite. Die Idee ist einfach dem Zuschauer die verschiedenen Szenen aus Sicht eines Spielers näher zu bringen.

 

Wie kam der neue Vertrag mit ServusTV zu Stande?

Goldmann: Ich bin im Sommer von ServusTV angerufen worden und dann haben wir uns in München auch getroffen um mir das Konzept erklären zu lassen. Für mich war es wichtig, dass ich mit meiner eigenen Firma zeitlich gesehen keine Schwierigkeiten bekomme und mir genügend Zeit zur Verfügung steht um mich auf meine Expertentätigkeit gut vorzubereiten zu können. Des Weiteren war für mich wichtig, dass die ServusHockey Night "ein hochqualitatives Produkt ist und deshalb habe ich mir einige Spiele aus der EBEL (Österreich) vorab angesehen um mich von dem neuen Sendestandard von ServusTV zu überzeugen.


Wie findet so eine Vorbereitung auf eine Berichterstattung statt?

Goldmann: Die Vorbereitungszeit für ein Spiel beträgt bei mir  in etwa einen ganzen Tag, das beinhaltet die Redaktionssitzung und die Sichtung der Spiele, Auswahl von Szenen und sich einen Überblick über das Geschehen in der Liga zu verschaffen. Durch Reisen in der Liga fehlt mir dann noch ein weiterer Tag für meine Tätigkeit als Geschäftsführer meiner Praxen.  Es war für mich sehr wichtig, dass ich mit diesem Zeitaufwand in meiner Firma nicht eingeschränkt bin und auch für ServusTV eine optimale Arbeit abliefern kann.

 

 

Welche Unterschiede hast Du bislang bei ServusTV im Vergleich zu Sky festgestellt?

Goldmann: Erstmals möchte ich mich persönlich bei Sky für die vielen Jahre der Eishockeyberichterstattung und Übertragungen bedanken. Sky hat mich praktisch als Spieler die ganzen Jahre begleitet und ich weiß, dass die Redaktion das Ganze mit Herzblut gemacht hat.

Ich denke, dass wir bei ServusTV jetzt ein  neues verändertes Konzept haben, das noch näher ans Geschehen auf dem Eis ausgerichtet ist. Als Beispiel die Cable-Guys und das 3D Analysetool, welches von den Spielern und auch von den Fans bis jetzt sehr gut angenommen wird. Das 3D Analysetool ist echt klasse, da man dem Zuschauer die verschiedenen Szenen einfach besser und verständlicher erklären kann und wenn man weiß, dass bei uns im Hintergrund mit viel Ehrgeiz gearbeitet wird, dann kann man davon ausgehen, dass die Qualität im Laufe der Saison noch besser wird.

 

Wie denkst Du über den NHL Lockout und der Verpflichtung von einigen NHL Spielern in Deutschland?

Goldmann: Man muss ich natürlich fragen, ob dieser NHL Lockout überhaupt notwendig gewesen wäre, da beide Seiten einfach viel früher aufeinander zugehen hätten müssen. Ich denke aber dass in Kürze eine Entscheidung fallen wird um den Spielbetrieb wieder aufzunehmen. Für das Deutsche bzw. Europäische Eishockey ist es natürlich ein großer Vorteil, dass die Spieler aus der NHL über den großen Teich wechseln. Dadurch hat sich das Medieninteresse und die Wahrnehmung für Eishockey in der Gesellschaft wieder verbessert und das tut dem Eishockeysport auf jeden Fall sehr gut.

Es wird zwar immer wieder von einer sogenannten Wettbewerbsverzerrung gesprochen, welche ich darin nicht sehe. Es ist doch besser wenn gute NHL Spieler den anderen Spielern Eiszeit wegnehmen, als wenn das zweitklassige Kontingentspieler sonst auch machen würden. Clubs, die mehr Geld als die anderen haben, können sich  ohnehin immer die besten Spieler leisten. Dazu kommt auch noch dass ein Großteil der Spieler relativ günstig zu bekommen sind.

 


Der EHC Red Bull München hat sich jetzt auch durch die finanzielle Unterstützung eines Sponsors einen NHL Spieler geangelt. Stellt sich da nicht die Frage, warum solche Sponsoren den Club nicht auch während einer regulären Saison unterstützen, bzw. wäre das Geld nicht besser in einen Spieler mit Zukunft beim EHC Red Bull München investiert?

Goldmann: Das ganze muss man aus zwei Sichtweisen betrachten. Aus der Sichtweise des EHC Red Bull München wollte man schnell mehr Qualität in den Kader bekommen und dies war jetzt am einfachsten durch die Verpflichtung eines NHL Spielers möglich. Aus der Sicht eines Sponsors wird natürlich zu diesem Zeitpunkt die Verpflichtung eines NHL Spielers in der Öffentlichkeit wesentlich besser wahrgenommen als sonst, da der Werbeeffekt für das Unternehmen einfach um vielfaches höher ist.

Grundsätzlich wäre es natürlich wünschenswert, wenn sich mehr Firmen zu einem mehrjährigen Sponsoring der verschiedenen Eishockeyclubs entschließen könnten. Für München finde ich es schade, dass dieser Schritt sehr spät gemacht wurde, bzw. das Geld nicht schon früher zur Verfügung stand, da dieser Spieler dem Verein deutlich mehr helfen hätte können. So kann es jetzt gut möglich sein, dass er in ein paar Spielen wieder weg ist.

 


Vor kurzem haben wir den erschreckenden Bericht über Stefan Ustorf gesehen. Es wird weiter in der Liga hart gegen den Kopf gearbeitet. Was sollte Deiner Meinung nach noch nachbessert werden?

Goldmann: Das ist ein ganz schwieriges Thema, das man eigentlich nicht in ein paar Sätzen beantworten kann. Jedes Jahr finden auf IIHF Ebene Kongresse mit Beteiligung von vielen Ärzten statt um Lösungen dafür zu finden. Meiner Meinung nach wurde bereits einiges gemacht. Das Vier-Mann System hat einiges dazu beigetragen und auch die härteren Strafen (Sperren, Geldstrafen) waren der richtige Schritt. Ich persönlich halte es für sehr wichtig, dass an der ärztlichen Freigabe nach Gehirnerschütterungen auf Clubebene gearbeitet wird. So dass Spieler einfach nicht zu früh wieder auf das Eis zurückkehren können umso derartige gesundheitliche Folgeschäden besser ausschließen zu können.

Checks gegen den Kopf wird man nie ganz vermeiden können, daher muss einfach bei der Rückkehr der Spieler besser kontrolliert werden.



Für den Deutschland Cup haben von unseren vier NHL Spielern bereits zwei aus persönlichen Gründen abgesagt. Das können doch die Fans der Nationalmannschaft nicht nachvollziehen, da es ja selten die Möglichkeit gibt einen unserer deutschen NHLer im Trikot des DEB zu sehen?

Goldmann: Die Vorgehensweise mit der Werbung der Teilnahme der vier NHL Spieler war nicht gerade optimal. Es hätte frühzeitig mit den Spielern gesprochen werden müssen, dann wäre bereits im Vorfeld klar gewesen, dass eine Teilnahme nicht möglich ist. Die Schweiz und die Slowakei haben bereits im Vorfeld klar gesagt, dass sie ohne NHL Verstärkung kommen, da die Finanzierung dieser Versicherungssummen nicht möglich ist.

Für Pat Cortina sehe ich darin sogar einen Vorteil, dass die NHL Spieler nicht dabei sind, denn ich gehe sehr stark davon aus, dass die NHL Saison im Februar voll im Gange ist und dann steht der DEB Auswahl bei der sehr wichtigen Olympiaqualifikation keiner dieser Spieler zur Verfügung. So kann sich Pat Cortina mit seinen Spielern am besten auf diese Aufgaben vorbereiten.

Aus Sicht der Fans verstehe ich natürlich eine gewisse Unzufriedenheit, jedoch sind ja diese Spieler dieses Jahr ausnahmsweise in der DEL zu sehen, was ja sonst nicht möglich ist.



Der Deutschlandcup in der kleinen Halle. Was meinst Du, platzt die Halle dann am Wochenende aus allen Nähten?

Goldmann: Ja, das wird sicherlich so sein. Ich selbst wollte vor ca. 3 Wochen noch Sitzplatzkarten bestellen und habe keine mehr bekommen, aktuell gibt es nur noch ein paar Stehplätze. Ich denke dass es wesentlich besser ist in einer vollen kleinen Halle als in einer halbgefüllten großen Halle zu spielen. Bei dem letzten Länderspiel in München gegen Finnland war die Stimmung traumhaft.

 

Werden wir Dich in der Zukunft auch mal in einer anderen Position im Eishockey sehen?

Goldmann: Vor einigen Jahren hätte ich auf diese Frage klar nein gesagt. Mittlerweile habe ich wieder viel mehr Lust und Interesse am Eishockeysport, so dass ich für die Zukunft nichts ausschließen möchte.

 





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Einsendeschluss ist der 30.11.2012

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