Lesen Sie das Interview mit Marco Sturm kurz vor dem Deutschland Cup 2017
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Die DEB Nachlese zum Deutschland Cup

Im Saisonkalender ist der Deutschland Cup das wichtigste Eishockey Event für den Deutschen Eishockey Bund. Das Turnier im eigenen Land bietet dem Verband die Möglichkeit, sich neben dem sportlichen Kräftemessen mit internationalen Spitzenteams zu präsentieren und zu informieren. So wurden am Wochenende in München viele Events durchgeführt, zu denen der DEB die unterschiedlichsten Anspruchsgruppen im deutschen Eishockey eingeladen hatte. In einer Nachlese lassen Uwe Harnos, Präsident des Deutschen Eishockey Bunds, Franz Reindl, Generalsekretär und Jakob „Koebi“ Koelliker, Bundestrainer, noch einmal die wichtigsten Erkenntnisse in Bezug auf Sport und Wirtschaft Revue passieren und äußern sich auch zu brisanten Fragen. Simone Schnell, Medienbeauftragte des Deutschen Eishockey Bunds, hat das Interview geführt.

Frage: Herr Koelliker, kurz vor Ihrer Reise in die USA, wo Sie deutsche Spieler sichten und sprechen wollen:  Wie lautet das sportliche Fazit Ihrer Premiere als neuer Bundestrainer der Deutschen Eishockeynationalmannschaft?

Koelliker: Mein Fazit fällt insgesamt positiv aus. Was mich am meisten freut ist, dass alle Spieler sehr engagiert zu Werke gegangen sind. Sie haben Kampfbereitschaft und Siegeswille gezeigt. Die Chemie stimmt, es herrscht eine sehr positive Grundstimmung. Das hilft mir natürlich als Trainer.

Frage: Wurden Ihre Anweisungen effizient umgesetzt? Konnten sich die Spieler schon an die neue Koelliker-Philosophie gewöhnen?

Koelliker: Ich habe immer wieder gesagt, dass wir das Eishockey ja nicht zum Deutschland Cup neu erfinden. Alle Spieler sind technisch und taktisch bestens geschult. Sicher habe ich meine eigenen Vorstellungen und man konnte auch sehen, dass die Spieler auf dem Eis etwas kreativer agieren konnten. Die deutschen Spieler sind auf einem guten schlittschuhläuferischen und stocktechnischen Niveau und das möchte ich auch weiterhin bei meinen taktischen Überlegungen unterstützen. Sicher haben wir gegen die Slowakei defensiv nicht so agiert, wie wir uns das gewünscht hätten. Das ist die wichtigste Erkenntnis: Mehr Stabilität nach hinten. Andererseits: der Zuschauer will ein spektakuläres und schnelles Eishockey sehen. Dahin bewegt sich auch das internationale Niveau. Und wir wollen unseren Zuschauern bei jedem Spiel volles Engagement und Tempo bieten.

Frage: Wie lautet die Zielsetzung für die kommende WM? Ist das Erreichen des Viertelfinales, das sich die DEB-Führung wünscht, realistisch?

Koelliker: Es ist sicherlich gut, Ambitionen zu haben. Wir alle wissen doch, dass bei den internationalen Turnieren alle Faktoren wie Zahnräder ineinander greifen müssen.  Dann sind auch gute Platzierungen drin. Außerdem gibt es erstmals einen neuen Spielmodus und wir müssen damit unsere Erfahrungen machen. Es wird einen anderen Spielrhythmus geben. Sportlicher Erfolg kann von vielen Kleinigkeiten abhängen und Tagesform ist nur ein Parameter. Ich wünsche mir natürlich, dass wir so weit wie möglich kommen.





 

Frage: Herr Harnos, wie bewerten Sie die Leistung des neuen Bundestrainers auf dem Deutschland Cup?

Harnos: Das DEB-Präsidium ist sehr zufrieden mit dem sportlichen Resultat. Der Druck, der vor dem Turnier auf Jakob Koelliker und uns lag, war sehr groß. Wir haben ihn ins Boot geholt, weil wir - entgegen vieler kritischer Stimmen – davon überzeugt waren, dass es der richtige Mann für diese anspruchsvolle Aufgabe ist. Sonst hätten wir ihn wohl kaum verpflichtet.

Frage: Also ein klares Bekenntnis für Koebi Koelliker?

Harnos: Selbstverständlich! Koebi hatte nicht viel Zeit, sich und die Mannschaft auf das Turnier vorzubereiten. Daher ist die gezeigte Leistung auch entsprechend hoch zu bewerten. Insbesondere, weil ja einige Systemumstellungen vorgenommen wurden – wenn auch nur im Kleinen. Auf dem Eis wurden sie bereits sehr effizient umgesetzt. Koebi Koelliker ist fachlich einer der besten Eishockeytrainer, die es im internationalen Bereich derzeit gibt und wir sind sehr froh, dass wir ihn in unseren Reihen wissen.

Frage: Haben Sie ein Feedback aus dem Kreis der Mannschaft erhalten?

Harnos: Das Feedback, das ich selbst und meine Kollegen erhalten haben, ist sehr positiv. Mich freut es sehr, dass auch die Mannschaft zum einen von seiner Fachkompetenz überzeugt ist und zum anderen offensichtlich auch große Lust und viel Spaß verspürt, unter ihm zu spielen.

Frage: Aber das Thema Ralph Krüger ist noch nicht vom Tisch?

Harnos: Das Thema Ralph Krüger stellt sich doch gar nicht. Es ist verwunderlich, dass von Einzelnen versucht wird darzustellen, der DEB stelle Koelliker in Frage. Wir haben ihn seinerzeit trotz kritischer Stimmen verpflichtet. Niemand hatte ihn damals auf dem Zettel. Außer den Experten kannte ihn doch kaum jemand in Deutschland. Wir haben ihm von Anfang an das Vertrauen geschenkt und das wird auch so bleiben. Krüger ist ebenso ein Spitzentrainer wie Koelliker. Beide sind befreundet und tauschen sich regelmäßig aus. Und das tun wir auch. Dementsprechend ist der Kontakt, den wir mit Krüger pflegen, ein informativer Austausch. Übrigens hat Uwe Krupp diesen auch stets gepflegt. Daraus ableiten zu wollen, wir würden Koelliker in Frage stellen, ist ins Reich der Fabel zu verweisen und ohne jeden realen Hintergrund.

Koelliker: Ich möchte anfügen, dass Uwe Harnos Recht hat. Auch ich tausche mich mit Ralph Krüger aus. Unser Verhältnis ist sehr eng – wir habe schließlich gemeinsam viel erlebt. Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass ich uneingeschränkte Rückendeckung vom Präsidium bekomme. Alle unterstützen mich, wo es geht. Das Verhältnis ist loyal und ich spüre viel Vertrauen in meine Person. Alles andere wird von außen interpretiert.





 

Frage: Franz Reindl, wie lautet Ihr Fazit als Generalsekretär?

Reindl: Als Turnierverantwortlicher kann ich zusammen mit der Olympiapark GmbH einen sehr erfolgreichen Deutschland Cup für den DEB und unseren Sport bestätigen. Mit 33.000 begeisterten Zuschauern haben wir unser Ziel von 30.000 erreicht, und zufriedene Teilnehmer und Spieler sind die beste Bestätigung für ein rundum gelungenes Turnier. Begleitend fanden im und um die Olympiahalle zahlreiche kleine und größere Veranstaltungen statt. Insbesondere auf das 2. DEB-Marketingsymposium, das ich mit unserem Vizepräsidenten Manuel Hüttl durchgeführt habe, sowie den Sponsoren- und Partnerevents auf dem Eis, haben wir eine positive Resonanz erhalten. Ligen übergreifend hatten wir das Gefühl, dass eine große Einigkeit unter den Ligen herrscht, gemeinsame Vermarktungsmöglichkeiten zu generieren und mit Leben zu füllen. Zusammen mit der Nachwuchsarbeit ist das eine der größten Herausforderung im Eishockeysport.  Weitere Rahmenprogramme und Trainersymposien haben das Wochenende  abgerundet. Vor Ort haben wir mit dem Veranstalter, der Olympiapark GmbH, eine große Show geboten. Der Aufwand und die Ressourcen, die wir investieren, sind hierbei enorm. Das gesamte Team ist Wochen im Vorfeld am Anschlag und hat Großes geleistet. Insgesamt ist und bleibt der Deutschland Cup für uns das wichtigste sportliche Event zur Netzwerkpflege und zum Informationsaustausch.

Frage: Ein großes Thema war die Neubesetzung des Sportdirektorpostens. Wie haben Sie die Diskussion empfunden?

Reindl: Es ist ganz einfach: Mein Aufgabengebiet beim DEB hat sich verändert und ich bin in der Hauptsache zuständig für den internationalen Bereich, Events und  Länderspiele, Vermarktungsthemen und die neue WM 2017 Bewerbung. Als Generalsekretär des DEB habe ich aber auch das Gesamtbild im Auge. Was mich jedoch an der Diskussion stört ist die teilweise Wahrnehmung, dass der DEB in der Vergangenheit ohne Konzept und langfristigen Plan agiert hätte. Ich erinnere an dieser Stelle an die großen Erfolge der letzten beiden Weltmeisterschaften. Mit diesem jungen Team wäre ein solcher Erfolg niemals möglich gewesen, wenn wir nicht seit Jahren an der Basis, also im Nachwuchsbereich, keinen strukturierten und strategisch ausgelegten Job machen würden. Beispielshaft nenne ich auch die begleitende Einführung verschiedener Pools zur Finanzierung der Nachwuchsarbeit, das Nachwuchskonzept WM 2010 aus 2007, die sukzessiven Ausländerreduzierungen, Altersklassenanpassungen und vieles mehr mit den dahinter agierenden Ernst Höfner, Jim Setters, Klaus Merk und Michael Pfuhl. Wir sind natürlich stets daran interessiert, uns zu verbessern, und die zukünftige Zusammenarbeit mit den DEL Clubs und den anderen Vereinen soll dies auch erreichen. Deshalb dürfen aber bestehende Strukturen und Handlungen nicht allesamt in Frage gestellt werden. Ich unterstütze bei diesem Prozess natürlich mit meinem Know-how und Fachwissen wo ich kann.

Harnos: Ich schließe mich den Aussagen von Franz an. Wünschenswert -  und das muss auch das gelebte Ziel des neuen Kooperationsvertrags sein – ist eine enge Zusammenarbeit mit der Deutschen Eishockey Liga. Wir haben in der Vergangenheit auch immer wieder betont, dass die Partnerschaft keine Einbahnstraße sein darf. Die DEL ist dabei genauso in der Pflicht und muss ihren Teil erfüllen, auch in Zukunft weiterhin am sportlichen Erfolg zu arbeiten.

Frage: Wie bewerten Sie den derzeitigen Stand bei der Sportdirektorensuche?

Harnos: Ich bewerte diese Dinge nach der Lage der Fakten. Fakt ist zum einen, dass wir akribisch mit der DEL zusammen daran arbeiten, wie man die verhandelten Ergebnisse in den neuen Kooperationsvertrag einbauen kann. Ungeachtet dessen arbeiten die beiden Kompetenzteams Sport und Marketing bereits im Hintergrund. Ich denke die Situation wird auch nach außen klarer, sobald das Direktorat seine Arbeit aufgenommen und die Erwartungshaltungen an die Gremien deutlich formuliert hat. Ich habe in den letzten Tagen nicht die Arbeit der Sportkommission in Frage gestellt, sondern lediglich darauf verwiesen, dass wir uns ein Fundament wünschen, auf Basis dessen wir valide Entscheidungen treffen können – sprich Kandidaten, aus denen wir den Besten auswählen können. Wir müssen uns dafür die notwendige Zeit nehmen und die Vorschläge der Sportkommission im Direktorat besprechen.

 

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